Management

Farmer-VersammlungIn Namibia existieren zwei grundsätzlich ver- schiedene Formen der Landbewirtschaftung: In den so genannten kommunalen Gebieten leben ein- heimische Stammesgruppen auf Staatsgebiet und in den kommerziellen Gebieten findet man alt- eingesessene Großfarmen in Privatbesitz. Heute werden in Namibia etwa 36 Millionen Hektar (43% der Landesfläche) durch kommerzielle Farmer genutzt. Gleichzeitig leben auf diesem Gebiet etwa 70-80% der nutzbaren Wildbestände. Bei einer Übernutzung würde wichtiges Potential an natürlichen Ressourcen verloren gehen und dieses gilt es, zu vermeiden. Somit spielen Farmer des privaten Sektors eine ausschlaggebende Rolle sowohl für eine positive Entwicklung vorhandener Wildtierpopulationen als auch für die Erhaltung der Biodiversität.

Die Anfänge kommerzieller Wildtierbewirtschaftung in Namibia wurden durch eine Entstaatlichung des Wildes Ende der 60er Jahre begründet. Mit der Nature Conservation Ordinance No. 31 von 1967 war das damalige Südwestafrika das erste Land in Afrika, das den Besitz von Wildtieren privatisierte und das Jagdrecht nach deutschem Vorbild an den Besitz von Grund und Boden band. Dadurch wurden Wildtiere zu Wertobjekten, deren Besitz eine rentable Ergänzung Springbock-Herdezur herkömmlichen Viehwirtschaft darstellte. Aufgrund klimatischer Veränderungen, einem Absinken des Grund- wasserspiegels, zunehmender Verbuschung des Weide- landes sowie sinkender Preise für landwirtschaftliche Nutztiere nimmt die Wildtiernutzung als zusätzliche Einnahmequelle einen immer höheren Stellenwert ein.

Eine Form des Wildlife-Managements besteht im freiwilligen Zusammenschluss mehrerer Farmer einer Region zu einer so genannten Conservancy mit der Absicht, gemeinsam Ziele des Naturschutzes zu verwirklichen.

Die gemeinschaftliche Hege und Nutzung natürlicher Ressourcen in einem größeren Areal eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Managementkonzepte, die auf einer einzelnen Farm nur sehr schwer oder gar nicht zu realisieren wären. Langfristig gesehen können solche großflächig angelegten Hegegemeinschaften als eine Art Naturreservate des privaten Sektors eine echte Alternative und Ergänzung zu staatlichen Schutzgebieten darstellen.

Spurensuche per AutoConservancies soll sogar das Recht der Eigenverwaltung zugesprochen werden, sofern jedes Jahr ein aktuell über- arbeiteter Managementplan mit Angaben über vorhandene Ressourcen sowie deren geplanter Nutzung eingereicht wird.

Langfristig gesehen ergeben sich aus der Organisation von Farmern in Conservancies auch wirtschaftliche Vorteile: Jedes Conservancy-Mitglied kann sich je nach den Be- dingungen auf seiner Farm in eine andere Richtung spezialisieren. Gemeinsam als Conservancy können die Farmer ein großes Angebot an touristischen Aktivitäten bieten und somit ein weites Besucherspektrum ansprechen, das dem Trend einer nachhaltigen Entwicklung Namibias zum internationalen Tourismus entgegenkommt.

 


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